#lebeweise – Einführung in den Jakobusbrief
1. November 2015

#lebeweise – Einführung in den Jakobusbrief

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Passage: Jakobusbrief
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Bible Text: Jakobusbrief | Preacher: Jacob Wiebe | Series: #lebeweise | Der Jakobusbrief ist unscheinbar in vielerlei Hinsicht. Er ist mit seinen 5 Kapiteln relativ kurz. Dann ist er im Neuen Testament zwischen dem Hebräerbrief uns anderen kleinen Briefen ganz am Ende irgendwo „versteckt“. Dazu kommt noch, dass der Autor noch nicht einmal ein Apostel ist.

Aber der Brief ist einmalig. Sein Autor ist der Halbbruder von Jesus. In den Evangelien heißt es, dass keiner seiner Brüder an Jesus als den Messias geglaubt hat. Ist es verwunderlich? Stell dir vor, eines deiner Geschwister behauptet der Sohn Gottes zu sein. Im Ernst? Jesu Vater ist nicht Joseph, sondern Gott, der dann auch tatsächlich der Erzeuger ist und Maria wurde als Jungfrau schwanger, und dann kam Jesus unter einem günstigen Stern zur Welt? Das war selbst für die voraufklärerische Welt des 1. Jahrhunderts zu viel… Erst als Jesus nach der Auferstehung seinem Halbbruder persönlich erscheint, beginnt für Jakobus der Weg der Nachfolge.

Relativ schnell bekommt Jakobus Autorität und Einfluß in der Jerusalemer Kirche. Er wird auch über die Grenzen der eigenen Gemeinde bekannt und geehrt – man nennt ihn Jakobus den Gerechten. Er trägt ein leinenes Gewand wie ein Priester, darf ungehindert im Tempel beten und ist ein weiser Ratgeber für das einfache Volk aber auch für die Obersten – das berichtet uns Eusebius von Caesarea in seiner Kirchengeschichte. Er findet sogar eine Erwähnung in säkularer Geschichtsschreibung. Der zeitgenössische jüdisch-römische Historiker Flavius Josephus berichtet uns nämlich von seinem Märtyrertod durch Steinigung im Jahre 62 n. Chr. unter dem Hohenpriester Ananias II.

Der Jakobusbrief ist auch noch aus einem anderen Grund einmalig. Er gehört zur Literaturgattung der Weisheitsliteratur. Was Jakobus uns lehren will, ist Weisheit im praktischen Lebensvollzug. Ihm geht es nicht so sehr um „hohe Theologie“, sondern um eine „heilige Praxis“. 60 von 108 Verben im Brief sind Imperative (Befehlsform, eine Aufforderung, etwas tun tun).

Wie bestehe ich die Prüfungen des Lebens?
Was ist ein Gottesdienst, der Gott gefällt?
Wie lebe ich meinen Glauben?
Wie plane ich mein Leben?
Wie löse ich Konflikte richtig?
Was tue ich, wenn ich reich, arm, krank, erfolgreich bin?

Für diese und viele andere Bereiche des Lebens und Glaubens gibt es bei Jakobus viel, viel Weisheit. Diese Weisheit brauchen wir, wenn wir ein erfülltes Leben führen wollen. Willst du Weisheit lernen?
Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, und durch Einsicht wird es fest gegründet; auch werden durch Erkenntnis seine Vorratskammern gefüllt mit allerlei kostbarem und lieblichem Gut. Ein weiser Mann ist stark, und ein verständiger Mensch nimmt zu in seiner Kraft. Denn durch weise Führung gewinnst du die Schlacht und durch viele Ratgeber den Sieg. Spr. 24, 3

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